Food Safety

Aquatabs FLO Pilotprojekt in Bangladesh

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Wir arbeiten daran, dass mehr Menschen Zugang zu sicherem Wasser erhalten:

MedenTech ging eine Partnerschaft mit Stanford ein, um durch ein Pilotprojekt zur Entwicklung innovativer Wasseraufbereitsungslösungen beizutragen.

www.aquatabsflo.com

Schon gewusst?

  • 663 Millionen Menschen weltweit (jeder Zehnte) haben keinen Zugang zu sauberem Wasser.[1]
  • Ca. 315.000 Kinder unter fünf Jahren sterben jährlich auf Grund von Durchfallerkrankungen, ausgelöst durch verschmutztes Wasser sowie mangelnde Sanitär- und Hygieneverhältnisse. Nahezu 900 Kinder täglich bzw. alle zwei Minuten ein Kind sterben dadurch.[2]
  • Jede Minute verstirbt infektionsbedingt ein Neugeborenes verursacht durch den Mangel an sauberem Wasser und einer verunreinigten Umgebung.[3]
  • Nahezu die Hälfte aller Menschen, die täglich verunreinigtes Wasser nutzen, leben in Subsahara-Afrika. Ein Fünftel lebt in Südasien.[4]
  • 42 % aller Gesundheitseinrichtungen in Afrika haben keinen Zugang zu sauberen Wasser.[5]
  • Auf Grund der derzeitigen Entwicklungen werden Menschen, die in einkommensschwächeren Ländern leben, bis zum Jahr 2057 – und somit 27 Jahre verspätet - weiterhin keinen Zugang zu sauberem Wasser haben.[6]
  • (WHO/UNICEF Joint Monitoring Programme (JMP) Report 2015) Verunreinigtes, mangelndes Trinkwasser und unzureichende Sanitär- und Hygieneverhältnisse sind Auslöser der weltweit vorherrschenden Krankheitsbelastung von 7 % und der Kindersterblichkeit von 19 %.[7]
  • NACHHALTIGES ENTWICKLUNGSZIEL 6.1:Erzielung eines allgemeinen, angemessenen Zugangs zu sauberem und finanziell tragbarem Trinkwasser für alle Menschen bis zum Jahr 2030.[8]
  • Ein gut ausgebauter Zugang zu Trinkwasser ist grundsätzlich, neben nicht herkömmlichen Zugängen, sicherer, jedoch ist dieser nicht durchweg frei von Kontaminationen durch Fäkalien. In 38 % der 191 durchgeführten Studien haben mindestens 1/4 der entnommenen Proben die von der WHO empfohlenen Grenzwerte für Fäkalindikatoren überschritten.[9]
  • Nach Schätzungen nutzen 3 % der Weltbevölkerung Oberflächenwasser, weitere 8 % verwenden andere nicht herkömmliche Zugänge. Hierzu zählen beispielsweise Tanklastwagen, ungesicherte Brunnen und Quellen.[10]
  • Hätte jeder Mensch überall Zugang zu sauberem Wasser, könnte die Zahl der Todesfälle durch Durchfallerkrankungen insgesamt um 34 % reduziert werden.[11]

Warum ist "sicheres" Wasser so wichtig?

Wie aus dem UNICEF-Report "Mein Recht auf Wasser" (2012) hervorgeht, sind durch verschmutztes Wasser ausgelöste Durchfallerkrankungen die Haupttodesursache bei Kindern. Durchfallerkrankungen töten mehr Kinder als Aids, Tuberkulose und Malaria zusammen.[12] Jüngste Schätzungen geben wieder, dass allein durch sauberes Wasser das Leben von ca. 2.200.000 Kindern gerettet werden könnte. Der Zugang zu sauberen Trinkwasser beugt elementar Krankheiten vor. Dadurch wird die Kindersterblichkeit gesenkt und gleichzeitig werden Kosten für medizinische Behandlungen gespart.

Trotz der beträchtlichen Fortschritte beim Zugangs zu “sicheren” Wasserquellen im Laufe des letzten Jahrzehnts nutzen noch etwa eine Milliarde Menschen Wasser, das internationalen Sicherheitsstandards nicht entspricht. Im Wesentlichen existieren zwei Modelle zur Wasseraufbereitung, die zentrale Aufbereitung mit Bereitstellung von Leitungswasser und die dezentrale Aufbereitung im jeweiligen Haushalt. Bei beiden Konzepten ist die Bereitstellung von „sicherem“ Wasser grundsätzlich möglich, die technischen Herausforderungen unterscheiden sich jedoch erheblich.

Wie tragen wir zum Erhalt von sicheren Wasser bei?

Zur Unterstützung der Problembekämpfung ist Medentech, eine Tochtergesellschaft der Anti-Germ, eine Partnerschaft mit dem Woods-Institut der Universität Stanford eingegangen, um ein neues Konzept, „point-of-collection (POC) disinfection“, für die Wasserbehandlung speziell in Stadtgebieten mit niedrigem Einkommen zu erforschen. Das Forschungsprojekt mit dem Titel „Lotus Water“ wird von Jenna Davis am Standford Woods-Umweltinstitut geleitet. Davis testet Aquatabs Flo, ein Produkt zur Sammelbehandlung von Wasser. Dieses Dosiergerät für Wasserverteilungspunkte in urbanen Regionen verlangt weder eine Stromversorgung noch 24/7-Support, um kontinuierlich zu arbeiten.

Aquatabs Flo wird so eingestellt, dass 90 m³ Wasser bei 2 ppm Dosierung und einem Durchfluss von 20 Litern pro Minute entkeimt werden können. Durch das Aufspalten des Wasserstromes kann die Dosierung verringert werden, wodurch größere Wassermengen behandelt werden können. Dies setzt eine gründliche Analyse der Wasserqualität voraus. Relevant sind die organische Belastung des Wassers, der pH-Wert, die Wasserhärte und die Belastung mit coliformen Bakterien.

Das Team hat zurzeit mehr als 100 Aquatabs Flo-Systeme installiert, die 1110 Haushalte in Dhaka (Bangladesch) versorgen. Ziel ist es, die Dosierung so sicher zu stellen, dass im Wasser zwischen 0.1 und 2 mg/L des freien Chlors in jeder Lagerstätte verfügbar ist.  Um die Gesundheitseinflüsse vom Zugang zu sicherem Wasser zu bewerten, wird ein Jahr lang eine Doppelblindstudie, finanziert durch die Weltbank, durchgeführt. Dabei wird der Einfluss auf Durchfallerkrankungen bei Kindern, Gewicht in Korrelation zum Alter, die Darmpathogenlast und die serologischen Marker von wasserbezogenen Krankheiten bewertet.

Die Studie führte 2015 eine anfängliche Wirkungsprobe der Aquatabs durch, in dem die Wasserqualität in 40 Lagerstätten geprüft wurde an denen Aquatabs Flo installieren war. Es wurden im Dezember 2015 221 Proben genommen, wovon 76 % 0,1 ppm freies Chlor, gemessen an Entnahmestelle, lieferten.

Das Modell des Projektes stützt sich zukünftig auf Monatszahlungen von Grundbesitzern, die normalerweise die Wasserverteilungspunkte in Dhaka, einer der am dichtesten bevölkerten Städte der Welt, besitzen. Die Forschungen des Teams zeigten, dass Einwohner aus ärmeren Vierteln bereit sind, höhere Mieten als Entgelt für Wasser höherer Qualität zu bezahlen. Durchschnittlich würde eine Mieterhöhung von 1 bis 2 Prozent ausreichend sein, um die Wartungskosten, so Amy Pickering, Professorin der technischen Entwicklung des Lotus-Water-Teams, zu tragen.

Während der Studie auf die Gesundheitseinflüsse hat das Team herausgefunden, dass die Aquatabs Flo Einheiten je nach Durchfluss am Wasserverteilungspunkt nach 2 bis 10 Wochen ersetzt werden. Außerdem liegt die Chlordosierung inzwischen stabil bei durchschnittlichen 90 % der Proben, über dem geforderten Wert von 0.1 mg/L Chlor.

Die Ergebnisse der Studie wurden am UNC Water & Health im Oktober 2016 in Chapel Hill, North Carolina präsentiert. Die Endresultate dieser Studie werden Mitte 2017 erwartet.

Für weitere Informationen besuchen Sie gerne unsere Aquatabs Flo Website!


[1] WHO/UNICEF Joint Monitoring Programme (JMP) Report 2015

[2] washwatch.org/en/blog/why-has-number-children-dying-diarrhoeal-disease-due-poor-wash-s/

[3] WHO, 2015

[4] WHO/UNICEF Joint Monitoring Programme (JMP) Report 2015

[5] www.who.int/water_sanitation_health/publications/wash-health-care-facilities/en/

[6] WHO/UNICEF Joint Monitoring Programme (JMP) Report 2015 and WASHwatch

[7]  http://www.who.int/quantifying_ehimpacts/publications/saferwater/en/  Pruss-Ustun A, Bos R, Gore F, Bartram J (2008) Safer water, better health

[8] sustainabledevelopment.un.org/sdg6

[9] Fecal Contamination of Drinking-Water in Low- and Middle-Income Countries: Robert Bain , Ryan Cronk, Jim Wright, Hong Yang, Tom Slaymaker, Jamie Bartram journals.plos.org/plosmedicine/article

[10] UNICEF/WHO Joint Monitoring Programme: definitions and methods www.wssinfo.org/definitions-methods/

[11] Prüss-Ustün A, Bartram J, Clasen T et al. Burden of disease from inadequate water, sanitation and hygiene in low- and middle-income settings: a retrospective analysis of data from 145 countries. Tropical Medicine & International Health. 2014;19(8):894-905. doi:10.1111/tmi.12329

[12] www.who.int/pmnch/media/press_materials/fs/fs_mdg4_childmortality/en/